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Ostergruß an der Autobahn

Betriebsseelsorger mit Eierkorb und Leiter unterwegs

Während der Kar-und Ostertage überraschten Betriebsseelsorger einiger Diözesen Fernfahrer mit einem Ostergruß. „Wir wurden mit einer gewissen Skepsis beobachtet“, sagte Hans-Georg Orthlauf-Blooß (Mainz) schmunzelnd, „als wir mit unserem Eierkorb und einer kleinen Leiter auf dem Autobahnparkplatz durch die Reihen gingen und uns dann an den LKW zu schaffen machten.“ Orthlauf-Blooß war mit Fernfahrerseelsorger Thomas Braun (Speyer) auf dem Rastplatz Dannstadt unterwegs. Während andere Kollegen kleine Päckchen mit Süßigkeiten verschenkten, hatten sich die beiden für gefärbte Hühnereier entschieden. Wenn die Vorhänge an den LKW zugezogen sind und sich auch sonst keine Bewegung in der Fahrerkabine zeigt, dann ist das ein Hinweis, dass der Fahrer schläft oder zumindest seine Ruhe haben möchte, erklärt Orthlauf-Blooß. „Dann kam unsere Leiter zum Einsatz.“ Sie war notwendig, um den Ostergruß hoch oben hinter- und das Ei auf den Scheibenwischer zu drapieren. Die Oster-Überraschungen entdeckten die Beschenkten dann zeitversetzt.

Die beiden Seelsorger haben wieder gute Erfahrungen bei ihrer Aktion gemacht. Ähnlich wie am Nikolaustag im vergangenen Jahr, reichten sie diesmal allerdings Ei und Grußkarte hoch in die Fahrerkabine. Angesichts des gegenseitigen Schutzes verzichten die Seelsorger allerdings auf intensivere Gespräche. Mit dem Ruf „Frohe Ostern“ und der schriftlichen Übersetzung in verschiedene Sprachen hellten sich die Mienen der Fahrer schnell auf. Der ersten Irritation über das geschenkte bunte Ei, folgte dann ein lächelndes Dankeschön. „Einer der Fahrer war erst so verdattert, dass er mir einen Euro geben wollte“, sagte Orthlauf-Blooß. „Natürlich haben wir abgelehnt.“ Umso herzlicher war dann das gemeinsame Lachen. Ein Fahrer hat sich mit den beiden Seelsorgern und den Eiern fotografiert und das Foto als Ostergruß an die Familie geschickt.

Viele Fahrer sind wochenlang fern ihrer Heimat unterwegs. Dabei ist es nicht vorgesehen, dass sie während der Feiertage nach Haus können. Die große Mehrheit der Fahrzeuge waren in osteuropäischen Ländern zugelassen; einige wenige LKW kamen aus Spanien und nur eine Handvoll war mit deutschen Nummernschildern unterwegs. Allein die Geste, das Zeichen zählte, fassten die Seelsorger ihre Eindrücke zusammen.

Hans-Georg Orthlauf-Blooß

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